Babyzeichensprache mit Carolin Schiel

Anne: Babyzeichensprache- was ist das überhaupt?

Carolin Schiel: Bevor kleine Baby´s sprechen können, ist eine Verständigung per 

Babyzeichen zwischen den Baby´s und Euch als Eltern bzw. betreuende 

Personen möglich. Diese Babyzeichen beruhen auf der deutschen Gebärdensprache und sind  teilweise für kleine Babyhände vereinfacht.

 

Anne: Was bringt mir Babyzeichensprache im Alltag mit meinem Kind konkret?

Carolin: Babyzeichen bringen Euch im Alltag vor allem ganz viel Spaß & Freude. 

Dein Kind versteht dich und du verstehst es auch. Es kann dir seine 

Bedürfnisse und Interessen mitteilen. Dadurch gibt es auch weniger 

Missverständnisse und Frustration, da man rasch reagieren kann. Du 

erhälst zauberhafte Einblicke in die Welt deines Kindes, was es möchte, 

wo seine Aufmerksamkeit liegt, was es im Inneren bewegt, was es 

wahrnimmt, welche Vorlieben es hat. Das intensiviert auch deine Nähe zu 

deinem Kind durch die zugewandte und achtsame Kommunikation. Die 

Eltern-Kind-Beziehung wird dadurch gefördert und gestärkt.

 

Anne: Ab welchem Alter kann ich beginnen bzw. mit einem Kurs starten?

Carolin: Mit Babyzeichen beginnen kann man zu jederzeit. Schon ab Geburt.

Einen Eltern-Kind-Kurs zu besuchen empfehle ich ab einem Alter von 6 

Monaten bis 2 Jahren. Wenn man als Eltern früher starten will, empfehle 

ich vorab einen 3-Stunden Workshop noch in der Schwangerschaft zu machen 

oder nach der Geburt.

 

Anne: Wirkt sich die Anwendung der Babyzeichensprache auf die 

Sprachentwicklung aus?

Carolin: Ja, in jedem Fall wirken sich die Babyzeichen positiv auf die 

Sprachentwicklung aus.  Kinder wollen verstanden werden und die frühe 

Erfolgserlebnisse: "Ich verstehe", "Jemand anderes versteht mich" & "Ich 

kann etwas mit meiner Kommunikation bewirken", regen die Sprechfreude 

erst recht an. Durch Babyzeichen werden mehr Sinne einbezogen bzw. mehr 

Lernkanäle angesprochen, als wenn wir dem Kind gegenüber nur die 

Lautsprache verwenden würden. Denn die Zeichen werden immer im Kontext 

mit der Sprache ausgeführt, so bekommt das Kind einen visuellen (SEHEN), 

auditiven (HÖREN) und motorischen Reiz gleichzeitig, welche das 

"Gehirnfreundliche" lernen beeinflussen. Die Kinder werden mit den 

Zeichen schon sehr früh in den Alltag mit einbezogen und können recht 

schnell ihre "eigene Meinung" uns gegenüber mitteilen. Dies stärkt unter 

anderem auch das Selbstbewusstsein des Kindes.

 

Anne: Sind die Zeichen nicht total kompliziert und überfordern die 

Kinder?

Carolin: Ich verstehe die Bedenken und werde oft darauf angesprochen ob die 

Zeichen nicht überfordern oder die Kinder gar Sprechfaul werden. Aber 

hier kann ich dir ganz klar sagen. NEIN. Versuche dich einmal in ein 

Kind hineinzuversetzen. Ihr seid im Zoo und steht vor dem 

Elefantenkäfig. Deine Mama sagt dir, das ist ein Elefant. Du schaust sie 

mit großen Augen an. Sie sagt es nochmal und zeigt mit ihrer Hand den 

markanten Rüssel des Elefanten dazu. Du schaust den Elefanten wieder an. 

Du erkennst den Rüssel bei Mama und den Elefanten wieder. Jetzt 

verstehst du. Mama hat Elefant gesagt. Am Abend zeigst du vielleicht das 

Zeichen für Elefant dem Papa um ihm zu sagen, dass dir der Elefant 

besonders gefallen hat. Und Papa versteht Dich auch....

Wie schon in der oberen Frage beantwortet, werden die Zeichen nur in 

Verbindung mit der Lautsprache benutzt. Es ist also ein kleiner Zusatz 

den wir in den Alltag mit einbringen und auf die natürliche Gestik der 

Kinder aufbaut. Gestiken wie "winke winke", die "Kusshand" oder die Arme 

heben für "nimm mich hoch" sind schon einige Zeichen, die wir von 

Generation zu Generation weitergegeben haben und völlig natürlich und 

normal sind.

 

Anne: Gebärden in der KiTa- wäre die Babyzeichensprache nicht auch was

für Kinderkrippenerzieherinnen? Gibt es auch hier spezielle Kurse?

Carolin: Natürlich. Heutzutage ist es üblich Kinder schon mit einem Jahr oder 

noch früher in eine KiTA oder zur Tagesmutter zu bringen.

Dort sind die Erzieher auch froh und dankbar sich mit den Kleinen 

verständigen zu können.

Deshalb wollen auch immer mehr KiTA´s ihre Erzieher mit den Babyzeichen 

vertraut machen. Wir Kursleiterinnen bieten spezielle KiTa-Seminare für 

Erzieher und Tagesmütter an.

Viele Mama´s aus meinen Zwergensprachekurs geben Ihr Kind bewusst in 

eine Betreuungseinrichtung, die von uns ausgebildet wurde und 

Babyzeichen schon Alltag sind.

Ihre Kinder haben somit auch nach der Zeit mit Mama Zuhause die 

Möglichkeit in ihrer neuen Umgebung sich wie gewohnt zu verständigen.

 

Anne: Was sind die fünf wichtigsten/häufigsten/ersten Gebärden?

Carolin: Ich nenne es gerne das Zauberzeichen: MEHR! Kinder wollen doch von allem Wiederholung. Deshalb ist das Zeichen "mehr" der Spitzenreiter unter den 

Zwergen und auch oft das erste das gezeigt wird. Wichtig natürlich auch 

die alltäglichen Dingen wie "Essen" & "Milch", oder das Zeichen für das 

Liebelingskuscheltier. Erste Babyzeichen sind auch oft "Blume" oder 

"Baum. Wir haben dadurch festgestellt, dass sich die Kinder sehr für die 

Natur interessieren.

 

Anne: Kurs oder selbst erlernen- was ist der Vorteil deiner Kurse?

Carolin: Einen Babykurs zu belegen oder einen Workshop zu besuchen ist 

empfehlenswert. Selber lernen ist durch unsere Babyzeichen App oder die 

Fachliteratur von Vivian König "Kleines Wörterbuch der Babyzeichen" oder 

"Großes Buch der Babyzeichen" natürlich auch möglich.

Im Kurs haben die Eltern den Vorteil in einer kleinen Gruppe wöchentlich 

Schritt für Schritt Babyzeichen in einer spannenden und 

abwechslungsreichen Stunde zu lernen. Babyzeichen werden hier wiederholt 

in Liedern, Reimen und im Spiel eingesetzt somit erhalten die Eltern 

auch Ideen für den Alltag Zuhause. Außerdem haben sie den Austausch mit 

den anderen Eltern und erhalten auch wertvolle Tipps meinerseits zu 

Themen wie Spracherwerb, Gehirnentwicklung, Ernährung uvm.

 

Carolin Schiel gibt Babyzeichensprachekurse (Zwergensprache) in Bühlertal. Infos zu Kurszeiten unter http://www.zwergensprache.com/zwergensprache/schiel.php